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Gemeinsam sind wir stark! - Gelebte Praxis der Automatenverbände in Bremen und Niedersachsen

Zur gemeinsamen Wintersitzung luden Detlev Graß, 1. Vorsitzender des Nordwestdeutschen Automatenverband e.V. (NAV), und Heinz Basse, 1. Vorsitzender des Automaten-Verband Niedersachen e.V. (AVN), ihre Mitgliedsunternehmer in die urbane, im Industrial Style gestaltete Location Hudson Eventloft nach Bremen ein. Der Einladung folgten zahlreiche Teilnehmer, so dass der Saal voll besetzt war. Eine Reihe von Ausstellern platzierten ihre neuen und interessanten Produkte und Dienstleistungsangebote ebenfalls im Saal, so dass das entsprechende Umfeld für einen produktiven Austausch in moderner Atmosphäre gegeben war.

Die Begrüßung übernahm Detlev Graß der insbesondere Carsten Meyer-Heder, Landesvorsitzender der CDU Bremen, ankündigte. Der sympathische IT-Unternehmer richtete später sein Grußwort an die Mitgliedsunternehmer und brach eine Lanze für den Mittelstand. Er betonte in seiner Rede, dass gerade Mittelständler klare Vorgaben brauchen, um ein in die Zukunft gerichtetes Unternehmen führen zu können. Er bekannte sich zur Branche und stellte sich als Ansprechpartner gerne zur Verfügung, um die Interessen der Automatenaufstellunternehmer zu vertreten.

Zuvor jedoch übernahm der 1. Vorsitzende des AVN, Heinz Basse, das Wort. Ein Höhepunkt gleich zu Beginn der Veranstaltung, da jeder im Saal wusste, dass Heinz Basse nach Geschäftsaufgabe seinen Landesvorsitz niederlegen wird. Basse erklärte seine Überlegungen für diesen Schritt. „Die rasante Entwicklung der Branche hat in den letzten Jahren das Arbeitspensum exorbitant nach oben getrieben. Manches im Privatleben musste ich stark zurückfahren und so konnte ich mich daher auch nur eingeschränkt um wichtige private Themen kümmern. Ich gehe aber mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Natürlich freue ich mich auf etwas mehr Entspannung in Zukunft“, so Basse. „Ich habe aber in den vielen Jahren meiner ehrenamtlichen Tätigkeit auch viele positive Erfahrungen sammeln dürfen. Ich habe außergewöhnliche Menschen kennengelernt, besondere Situationen erlebt und konnte in einer schwierigen Zeit zusammen mit meinen Kollegen einiges bewegen. Ich danke allen, die an meiner Seite standen und die mit mir zusammengearbeitet haben“, so der 1. Vorsitzende. „Für die Zukunft freue ich mich, dass mein Amt Frank Waldeck übernehmen wird. Frank ist nicht nur ein erfolgreicher Unternehmer, sondern ein Profi in der politischen Arbeit. Dies hat er in den letzten Jahren, neben seinem Vorsitz im Fachverband Spielhallen e.V., natürlich auch im Vorstand unseres Landesverbandes mehr als nur einmal bewiesen.“ Frank Waldeck übernahm im Anschluss an die emotionale Rede, die mit Standing Ovations honoriert wurde, das Wort und dankte für das Vertrauen. Er versicherte den Unternehmern, dass er sich auch in seiner neuen Funktion mit aller Kraft für die Belange des kleinen und mittelständischen Unternehmers einsetzen wird. Viele Anwesende waren nach der Ansprache von Basse emotional berührt.

Der Präsident des BA, Thomas Breitkopf, zollte Heinz Basse als Gastredner gleich im Anschluss seinen Respekt für die hervorragende ehrenamtliche Arbeit über Jahre hinweg und dankte ihm für die zuverlässige Zusammenarbeit, auch als Vizepräsident im BA-Vorstand.

In seiner kurzen Ansprache versicherte er allen Anwesenden, dass er mit seiner Person und in seiner Funktion als BA-Präsident immer für alle Landes- und Fachverbände einstehe. Dies galt in der Vergangenheit und wird in der Zukunft gelten, solange er die Verantwortung als BA-Präsident trägt. „Solange ich die Verantwortung als BA-Präsident trage, setze ich mich zusammen mit meinen Vorstandskollegen ausschließlich für die Interessen der Aufstellunternehmer ein. In diesem Zusammenhang rufe ich Sie alle zur Geschlossenheit innerhalb der Reihen der Aufsteller auf. Ich bin fest davon überzeugt, nur wenn wir geschlossen agieren sind wir in der Lage gegenüber der Politik stark und überzeugend aufzutreten.“ Breitkopf berichtete abschließend von einem Besuch und Erfahrungsaustausch im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Die Geschäftsführerin des BA, Simone Storch, brachte einen „Bauchladen“ der Serviceangebote des BA für die in den BA-Mitgliedsverbänden organisierten Aufstellunternehmer mit. So stellte sie die vom BA entwickelte App „BAInfo“ vor und motivierte die Unternehmer, auch BAlarm zu nutzen. „Qualität ist der Dreh- und Angelpunkt für die Zukunftssicherung der Branche, daher engagieren wir uns vor allem auch in Projekten, die Die Deutsche Automatenwirtschaft ins Leben gerufen hat. Die Umsetzung der Präventionstage, die Qualifizierung des Berufszugangs oder auch die Außengestaltung von Spielhallen, all das fließt in unser operatives Tagesgeschäft mit ein. Hier arbeiten wir eng mit den Spitzenverbänden und der DAW zusammen.“ Gegen Ende ihres Vortrages bedankte sie sich, auch im Namen der Mitarbeiter der BA-Geschäftsstelle, für die gute Zusammenarbeit, die Heinz Basse über Jahre hinweg mit dem BA gepflegt hat.

Anschließend übernahm der Justitiar des AVN und NAV, Prof. Dr. Florian Heinze, das Wort und führte unter dem Motto „Recht aktuell“ die Unternehmer durch die Rechtslage in Niedersachsen und Bremen. Er versprach den Anwesenden, dass die Verabschiedung des Niedersächsischen Glücksspielgesetzes (NGlüSpG) voraussichtlich im ersten Quartal 2020 im Landtag erfolgen wird und umriss in einer atemberaubenden Sprechgeschwindigkeit unter anderem die fünf Schwerpunkte des Gesetzes. Dabei ging er auf die Regelung des Auswahlverfahrens zwischen miteinander in echter Abstandskonkurrenz befindlichen Spielhallen, den Vertrauensschutz für ausgeloste Spielhallen, die Schaffung einer neuen Härtefallregelung und die Verbote sowie die Installation eines Spielersperrsystems (Modell „OASIS“/Hessen) ein. Auch eine Reihe von Beispielen für das Auswahlverfahren legte er den Anwesenden dar. Ebenso Beispiele für Härtefälle im Sinne des § 10e des Entwurfs des NGlüSpG. Themen in seinem Vortrag waren auch der Vertrauensschutz sowie Fristen. Anschließend ging er auf das Bremische Spielhallengesetz (BremSpielhG) ein. Er konzentrierte seine Ausführungen hier vor allem auf die Ablehnung von Anträgen wegen gewerblicher Unzuverlässigkeit, insbesondere auch die Entscheidung über Härtefallanträge gemäß § 11 BremSpielhG und kritisierte, dass die Stadt Bremen teilweise rechtlich zweifelhaft entschieden habe.

Nach der Kaffeepause stand ein gerade für den Mittelstand hochbrisantes Thema auf der Tagesordnung – die Personalsuche in der Automatenwirtschaft. Kerstin Schäfer, Geschäftsführerin von Hobby Play Spielgeräte Vertriebs GmbH, berichtete über Probleme, die sich im Bereich Personalsuche in den letzten Jahren erheblich verstärkt haben. So hat sich der Markt vollständig gewandelt. Während sich früher der Arbeitgeber das Personal in den Spielhallen aussuchen konnte, suchen heute Bewerber den Arbeitgeber aus. Gleichzeitig ist die Qualität der Arbeit der Mitarbeiter in den letzten Jahren massiv zurückgegangen, so dass die Spielhallen vor großen Herausforderungen stehen. Neben der Homepage nutzt Schäfer vielfältige Wege um Personal zu rekrutieren und fragte auch in die Runde, wie dies in anderen Unternehmen bewältigt wird.

Über ähnliche Problemstellungen berichtete auch Lars Holdgrewe, Bereichsleiter Personal bei der Merkur Casino GmbH. Das Thema Schnelligkeit des Bewerbungsprozesses ist eines seiner Erfolgsfaktoren in der Rekrutierung von Mitarbeitern. Wochenlanges Warten auf Antworten, lange Bewerbungsschreiben, all das ist derzeit nicht angesagt. Maximal 14 Tage dauert der Prozess vom Eingang der Bewerbung bis zur Einstellung. Holdgrewe zeigte in verschiedenen Diagrammen, welche Maßnahmen zur Rekrutierung am erfolgversprechendsten seien. Die digitale Welt bestimmt auch hier zunehmend den Markt. Beide Referenten betonten, dass die Kontaktpflege, die Förderung und ein angenehmes zwischenmenschliches Miteinander für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausschlaggebende Punkte sind, sich an ihr Unternehmen gebunden zu fühlen.

Die Zukunft der Gastronomieaufstellung war der letzte, mit Spannung erwartete Tagesordnungspunkt. Versiert wurde die Gesprächsrunde von Prof. Dr. Heinze moderiert. Lars Rogge, der aus einem traditionellen klassischen Familienbetrieb der Gastronomieaufstellung kommt, die Firma wurde bereits 1926 gegründet, und Detlev Graß, der auf mehr als 40 Jahre Berufserfahrung in der Gastronomieaufstellung zurückblicken kann, waren souveräne und fachlich hervorragend geeignete Protagonisten für diese Runde.

Gleich zu Beginn stellte Prof. Dr. Heinze die provokante Frage, ob die Reduzierung von 3 auf 2 Geräten für die Gastronomie überhaupt tragbar ist. Hierzu gab es die Meinung, dass der Abbau für die Gastronomieaufstellunternehmer natürlich eine extreme Belastung ist. Gleichzeitig wird das Überleben der Gastronomieaufstellung bei guten anderen Rahmenbedingungen auch mit zwei Geräten noch möglich sein. Sie warnten jedoch davor, dass eine vermehrte Abwanderung in den illegalen Online-Markt, aber auch in Hinterzimmer, sogenannte Cafe-Casinos, zu beobachten ist. „Hier entwickelt sich etwas, was die Politik nicht gewollt haben kann“, so Graß.

Jugend- und Spielerschutz, ebenfalls ein wichtiger Aspekt der Gastronomieaufstellung, war ebenfalls Thema dieser Gesprächsrunde. Als besonders schwierig stellt sich dar, dass der Automatenaufstellunternehmer manchmal nur wenig direkten Kontakt zu Mitarbeitern vor Ort hat. Umso wichtiger ist, dass der Gastwirt das Thema Jugend- und Spielerschutz ernst nimmt und es in seiner Gaststätte oder Kneipe lebt.

Die Umstellung auf die TR 5.2 Geräte wurde ebenfalls thematisiert. „Die Einführung von V2 Geräten in der Gastronomie sollte rechtzeitig umgesetzt und konsequent gefördert werden, damit ein Gewöhnungsprozess seitens der Gäste und auch seitens des Wirtes einsetzen kann“, so Rogge.
Detlev Graß thematisierte auch die Probleme, die durch die Neueinsteiger in den Markt entstehen. Diese haben von Qualität teilweise nur wenig oder gar nichts gehört. „Dieser Trend erfüllt uns mit Sorge“, so Graß. „Umso wichtiger ist die Qualifizierung des Berufszugangs“, ergänzte Lars Rogge. Rogge verwies auch auf die Runden Tisch-Gespräche, die derzeit auf Initiative der DAW mit der Bundesdrogenbeauftragen und Spielerschützern sowie Vertretern der Branche durchgeführt werden. Hier werden Maßnahmen beschlossen, die die Qualität erhöhen und die Zukunft der Gastronomieaufstellung sichern sollen.

Ein positiver Abschluss dieser Gesprächsrunde, der gleichzeitig die Versammlung schließen sollte.

In Bremen wird im Winter das Nationalgericht „Kohl und Pinkel“ gegessen. So konnten sich die Unternehmerinnen und Unternehmer auf ein deftig-leckeres Abendessen zusammen mit einem zünftigen Glas Bier oder Wein freuen.

Die Herbstversammlung von NAV und AVN zeigte einmal mehr, dass Verbandsarbeit Spaß machen kann und dass menschliche Beziehungen der Kit für eine starke Interessenvertretung sind.

Wie immer waren auch bei dieser Versammlung Jasmine Rohde und Laura Wilms, die Damen der zweitenReihe, im Einsatz. Ohne sie wäre die Umsetzung einer Versammlung in dieser Qualität nur schwer denkbar gewesen. Beide Vorstände dankten den Damen für die professionelle Vorbereitung dieser Top-Veranstaltung. Auch von uns ein herzliches Dankeschön für die Einladung!

Die Herbstversammlung in Bremen bildete den Abschluss der Herbstversammlungen der BA-Mitgliedsverbände. Im Frühjahr 2020 geht es in die nächste Runde.

 

Erstellt am: 09. Dezember 2019

Der Bundesverband Automatenunternehmer e.V. (BA) vertritt seit über 60 Jahren die Interessen von rund 2.000 organisierten Aufstellunternehmern. Mit seiner föderalen Struktur, organisiert in 11 Landesverbänden und 2 Fachverbänden, gestaltet der BA die Zukunft der Branche. Er hat seinen Sitz in Berlin und ist als Verein organisiert. Unser Verband ist ein Spitzenverband der Deutschen Automatenwirtschaft e.V.
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