Drogen- und Suchtbericht 2019 erschienen

Am 05. November 2019 stellte die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CDU), den jährlichen Drogen- und Suchtbericht 2019 vor. Wie jedes Jahr zeigt der Bericht aktuelle Entwicklungen diverser Suchtprobleme in der Gesellschaft wie Alkohol, Drogen, Internet usw. So konnte unter anderem ein Rückgang des Rauchens bei gleichzeitigem Anstieg des E-Zigaretten-Konsums festgestellt werden. Illegalen Substanzen wie Heroin oder Kokain wurden weniger konsumiert, die Zahl der durch sie verursachten Drogentote blieb aber identisch zum Vorjahr.

Auch die Trends im Glücksspielwesen werden erneut ausgewertet. Die Anzahl der problematischen und pathologischen Spieler in Deutschland liegt weiterhin bei ca. 500.000 Menschen. Besonders anfällig sind Menschen in einem Alter von 25 Jahren, Menschen mit geringem Bildungsniveau oder einem niedrigen Haushaltseinkommen (maximal 1500€ netto) und junge Männer mit Migrationshintergrund.

Insgesamt sind in der Entwicklung der Prävalenzen im Glücksspiel keine signifikanten Veränderungen zu verzeichnen. So spielen Männer etwas weniger problematisch oder pathologisch als im Vorjahr, während für Frauen das Gegenteil der Fall ist. Die Prävalenzen für Frauen und besonders Mädchen (16-17 Jahre) sind vergleichsweise aber sehr gering. Generell nehmen Männer häufiger am Glücksspiel teil als Frauen.

Für die Hauptmotive, warum Menschen das Glücksspiel aufsuchen, steht an 1. Stelle der Befragungen die „Aufregung“. Dies geben 60% der Teilnehmer an. Darauf folgen der „Geldgewinn“ mit 38,6% und die „Geselligkeit“ mit 34,8%. An vierter und fünfter Stelle und weit seltener werden die Motive „sich auskennen“ und „ungestört sein“ genannt.

Im Drogen- und Suchtbericht 2019 findet zudem das Projekt der „Runden Tische“ Erwähnung, bei welchen, gemeinsam mit der ehemaligen Drogenbeauftragten Marlene Mortler (CDU), ein Gemeinsames Papier zum Jugend- und Spielerschutz erstellt wurde, welches 2019 mit einer unabhängigen Prüfung der Gast- und Raststätten begleitet wurde.

In dieser Überprüfung konnten deutliche Fortschritte festgestellt werden. Während im Vergleich zu 2017 nur 72,2% der untersuchten Betriebe Informationsmaterial zum problematischen Spielen ausgelegt hatten, traf dies 2019 auf 91,1% zu. Die Zahl der Betriebe, die Informationsmaterial zum Mitnehmen für Spielende ausgelegt hatten, wuchs von 49,8% auf 88,9% — eine Entwicklung die wir sehr positiv bewerten. Wir freuen uns, dass die Runden Tische und die dort vertretenen BA-Mitgliedsunternehmer an diesem Erfolg mitgewirkt haben.

Der Bericht warnt allerdings auch davor, dass diese Ergebnisse insgesamt nicht als repräsentativ angenommen werden können. Es ist zu erwarten, dass die Qualität des Spielerschutzes in der Gastronomie aufgrund der sehr unterschiedlichen Angebote stark variiert. Hierzu sollten neue Untersuchungen erfolgen um den Grad der Umsetzung zu ermitteln, wozu der Runde Tisch als Modell dienen könnte.

In einem Gastbeitrag im Anhang der Ausführungen zur Glücksspielsucht bezieht Prof. Dr. iur. Stefan Korte Stellung zu dem neuen Phänomen der sog. „Lootboxen“. Bei diesen handelt es sich um virtuelle Beutekisten in Online-Spielen, welche oftmals für Echtgeld gekauft werden können und Gegenstände, Kleidung oder andere Verbesserungen für den eigenen Spielcharakter beinhalten. Beim Öffnen einer solchen Box wird per Zufall ausgewählt, welche Gegenstände der Spieler erhält. Diese können, je nach Spiel und Seltenheit des Gegenstandes, teilweise in Sekundärmärkten für hohe Preise an andere Spieler verkauft werden. Da hier sowohl Zahlungspflichten, Gewinnmöglichkeiten und Zufall gegeben sind, ist, so Prof. Stefan Korte, zu überprüfen, ob es sich bei den Lootboxen um eine Form des Glücksspiels handelt. Sollte dies der Fall sein, müsste eine strenge Regulierung erfolgen. Korte sieht hier Einsatzgrenzen, Pausenzeiten, Spielwiederholungsverbote und Spielsperren als probate Mittel, um Spieler zu schützen. Ein Verbot hält er für nicht sinnvoll, da Verbote meist die Entstehung von Schwarzmärkten fördern.

 

Erstellt: 13. November 2019

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