"BAV fordert kohärente Regulierung" - Pressemeldung des Bayerischen Automaten-Verband e.V.

 

Heute möchten wir Sie gern auf eine Pressemitteilung unseres bayerischen Landesverbandes, dem Bayerischen Automaten-Verband e.V., vom 17. September 2019 aufmerksam machen. Unter dem Titel „BAV fordert kohärente Regulierung“ nimmt der BAV zu den Werbemarktaktivitäten im Sektor des Glücksspiels Stellung.

Besonders gravierend ist der Gegensatz zwischen den Werbebeschränkungen im Bereich des gewerblichen Geldspiels, das strengstens reguliert ist, und den Werbeaktivitäten anderer Glücksspielanbieter. Vor allem die Werbeaktivitäten der Online-Casinos verzeichnen einen enormen Zuwachs.

Mehr dazu im nachfolgenden Wortlaut der Pressemeldung:

 

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BAV fordert kohärente Regulierung

Neuötting, 17. September 2019 – Die Werbeausgaben in der Glücksspielbranche nehmen laut der Studie „Werbemarktanalyse Glücksspiel 2019“ (herausgegeben von reserach tools) seit Jahren kontinuierlich zu. Dabei verzeichnen Online-Casinos das größte Volumenwachstum. Der Bayerische Automaten-Verband nimmt hierzu Stellung und fordert eine kohärente Regulierung der Werbeaktivitäten aller Glücksspielanbieter. 

Gewerbliches Spiel – erlaubte Werbemaßnahmen sind strengst reguliert 

Werbung für öffentliches Glücksspiel (z.B. für Lotto, Spielbanken, gewerbliches Geldspiel, Sportwetten, Pferdewetten) muss mit § 5 des Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV) und der auf dessen Basis von den Ländern erlassenen Werberichtlinie vereinbar sein. Sie darf sich u.a. nicht an Minderjährige oder vergleichbar gefährdete Zielgruppen richten. Irreführende Werbung für öffentliches Glücksspiel, insbesondere solche, die unzutreffende Aussagen über die Gewinnchancen oder Art und Höhe der Gewinne enthält, ist verboten. Zudem ist die Werbung für öffentliches Glücksspiel im Fernsehen, im Internet sowie über Telekommunikationsanlagen verboten.  Mit diesen Rahmenbedingungen möchte der Gesetzgeber Rechtssicherheit schaffen und seinen  im Glücksspielstaatsvertrag definierten Auftrag erfüllen, den natürlichen Spielbetrieb im Menschen nachhaltig in zielgerichtete, legale Bahnen zu lenken. 

Diese Beschränkungen gelten grundsätzlich für alle Glücksspielangebote gleichermaßen. Für den Bereich des gewerblichen Spiels – dem am strengsten regulierten Spiel, da hier zusätzlich noch  die Werbebeschränkungen der Spielverordnung gelten – ist es aufgrund dieser Regelungen strikt untersagt, über Werbung jegliche (zusätzliche) Anreize für den Spielbetrieb zu schaffen: sei es in  der äußeren Gestaltung der Spielhalle oder durch Werbung im Fernsehen oder im Internet; zusätzlich sind Spielanreize in Form von Bonusspielen oder durch das Angebot kostenloser Getränke und Speisen verboten.

Werbeaktivitäten – größtes Volumenwachstum bei Online-Casinos

In dramatischem Gegensatz zur strikt regulierten Branche des gewerblichen Spiels stehen die Werbeaktivitäten anderer Glücksspielanbieter. Laut Studie „Werbemarktanalyse Glücksspiel 2019“, hat sich das mediale Kommunikationsvolumen der Glücksspielanbieter innerhalb des beobachteten Fünf-Jahres-Zeitraums fast verdreifacht und erreicht eine Rekordmarke von rund 400 Millionen Euro. Das größte Volumenwachstum verzeichnen dabei Online-Casinos, die ihre Werbeaktivitäten allein im Vergleich zum Vorjahr um über 70 Millionen Euro ausgeweitet haben. Im Netz findet man jede Menge Werbespots für diese in Deutschland grundsätzlich illegalen Angebote (legal sind diese einzig für Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthaltsort im Bundesland Schleswig-Holstein) häufig mit starken Anreizen in Form von Boni wie „10 Euro einzahlen und mit 50 Euro spielen“.   

Fatale Konsequenzen für Wirtschaft und Gesellschaft

Die Schäden für den Staat sind gravierend: nicht nur entgehen dem Fiskus hohe Beträge an Steuereinnahmen, auch die gesellschaftlichen Folgen sind erschreckend: erwiesenermaßen ist gerade bei den Online-Casinos die Gefahr der Spielsucht besonders hoch, da die Angebote rund um die Uhr verfügbar sind. Die Kunden können jederzeit und beliebig lange (an 7 Wochentagen, 24 Stunden) spielen. Eine soziale Kontrolle, Spieler- und Jugendschutz sowie Prävention finden in keiner Weise statt. Diese unkontrollierten Umstände schlagen sich auch in den Ergebnissen der Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nieder. Laut der Studie „GLÜCKSSPIELVERHALTEN UND GLÜCKSSPIELSUCHT IN DEUTSCHLAND. Ergebnisse des Surveys 2017 und Trends“ ist bei Internet-Casino-Spielen der Anteil an problematischen und pathologischen Spielern von 2015 auf 2017 exorbitant um 345 % gestiegen. 

Andy Meindl, 1. Vorsitzender des Bayerischen Automaten-Verband e.V.: „An die Werbung für öffentliches Glücksspiel gelten zu Recht besondere Anforderungen – insbesondere für eine starke Prävention und einen vorbildlichen Verbraucherschutz.“ Die aktuelle Situation ist alarmierend.  Kunden können oft nicht erkennen, dass das beworbene Spiel im Internet mit Ausnahme für Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthaltsort im Bundesland Schleswig-Holstein illegal ist.  Sie wandern zu unregulierten und unkontrollierten Angeboten ab. Nicht regulierte Internet-Casinospiele verdrängen somit das gesetzlich stark regulierte und begrenzte Automatenspiel und in Folge sind tausende legaler Existenzen massiv bedroht. Deshalb fordert der BAV eine kohärente Regulierung auch im Bereich der Werbemarktaktivitäten, z.B. das Verbot von TV-Werbung oder die Schaffung zusätzlicher Spielanreize in Form von Boni. Der Gesetzgeber ist gefordert, die legalen Spielformen nachhaltig zu stärken. Für ein sicheres und legales Spiel. Zum Schutz der Verbraucher und für eine tragfähige Perspektive aller legaler, qualifizierter Unternehmen. 

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Der Bundesverband Automatenunternehmer e.V. (BA) schließt sich den Forderungen des BAV nach einer kohärenten Regulierung im Bereich der Werbemarktaktivitäten und einer Stärkung der legalen Spielformen uneingeschränkt an.

 

Erstellt: 20. September 2019

Der Bundesverband Automatenunternehmer e.V. (BA) vertritt seit über 60 Jahren die Interessen von rund 2.000 organisierten Aufstellunternehmern. Mit seiner föderalen Struktur, organisiert in 11 Landesverbänden und 2 Fachverbänden, gestaltet der BA die Zukunft der Branche. Er hat seinen Sitz in Berlin und ist als Verein organisiert. Unser Verband ist ein Spitzenverband der Deutschen Automatenwirtschaft e.V.
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