Hessische Automatenunternehmer bei der Jahreshauptversammlung in Gambach – „Als normale Branche rüberkommen“

 

Am 15. Mai 2019 trafen sich die Hessischen Automatenaufstellunternehmer im Bürgerhaus Gambach und folgten damit der Einladung des HMV. Begleitet von einer Produktausstellung aller Herstellunternehmen, die ganztägig den Tagungsteilnehmern zugänglich war, konnten bereits ab 10 Uhr die Kollegen bei einer Tasse Kaffee und einem Willkommensimbiss miteinander in Kontakt treten, bevor die Versammlung im Tagungsraum von Michael Wollenhaupt, dem 1. Vorsitzenden des HMV, eröffnet wurde.

 

Michael Wollenhaupt berichtete in seinem umfassenden Bericht über das Geschäftsjahr 2018 über die Verbandsarbeit des HMV-Vorstandes. Die Mitglieder wurden über eine Vielzahl von Maßnahmen informiert. Über allem standen jedoch immer wieder die mahnenden Worte von Michael Wollenhaupt zum aktiven Mitgestalten jedes einzelnen Unternehmers. In seinem ambitionierten Vortrag sprach sich der 1. Vorsitzende dafür aus, dass die Unternehmer „raus aus der Versenkung“ und rein in den gesellschaftlichen Raum müssen „Zeigen Sie Gesicht! Gehen Sie offen auf Politiker zu, sprechen Sie mit Ihren zuständigen Abgeordneten, gehen Sie in die Ämter! Wir brauchen eine politische Wende, damit das Gesetz uns wieder Raum für unsere Unternehmen schafft.“, so Wollenhaupt. Gleichzeitig warb er für die Verbändearbeit.

 

Auch die Verbandsregularien wurden entsprechend korrekt abgehandelt, sodass nach dem Vortrag des Schatzmeisters, Oskar Adam, und dem positiven Kassenprüfungsbericht der Vorstand entlastet und ein neuer Haushalt verabschiedet werden konnte.

Yvonne Corvinelli, Vorstandsmitglied des HMV, hatte die Aufgabe die Ehrung langjähriger Mitglieder des Verbandes vorzunehmen. Dieser Programmpunkt ist in allen Sitzungen der Landesverbände immer wieder ein schöner Augenblick, der zum Innehalten anregt und auch über die Verbandsgeschichte nachdenken lässt. Der deutsche Automatenunternehmer ist in den letzten Jahrzehnten aufgrund der Regulierung durch Höhen und Tiefen gegangen und lässt sich auch in der Zukunft hoffentlich nicht unterkriegen. Der Blick sollte nach vorne gerichtet sein!

 

Dass dies nur unter dem Stichwort Qualität zu realisieren ist, wurde im nachfolgenden Vortrag durch die BA-Geschäftsführerin, Simone Storch, deutlich. In ihrem „Bericht aus Berlin“ stellte sie eine Reihe von Projekten und Maßnahmen vor, in denen der BA und seine Mitgliedsverbände im Schulterschluss mit der DAW zusammen arbeiten. Zertifizierung, Präventionstage oder BAlarm – all das sind Maßnahmen im Ringen um eine Steigerung der Qualität in der Automatenbranche. Maßnahmen, die trotz einer schwierigen aktuellen Lage, dennoch nicht vernachlässigt werden dürfen. Weiter berichtete die BA-Geschäftsführerin über die Ergebnisse des gemeinsamen BA-Strategieworkshops am 02. und 03. Mai 2019.

 

Nach dem 20-minütgen Vortrag der BA-Geschäftsführerin wurde mit Spannung die Debatte um TR 5 erwartet. Zunächst berichtete der 1. Vorsitzende über seine Erfahrungen und forderte die Unternehmer auf die Zeit für entsprechende Fragen an die Industrie zu nutzen. Jedes Herstellunternehmen bekam die Gelegenheit, über seine jeweiligen Produkte zu sprechen. Alle arbeiten fieberhaft daran mit Updates und Optimierungen im Spielablauf, die Geräte weiter zu verbessern. Alle anwesenden Hersteller brachten zum Ausdruck, dass sie weiterhin bemüht sind, ihre Geräte weiter zu entwickeln. Gleichzeitig baten sie um Rückmeldung, um dies in die Entwicklung einfließen zu lassen. Es sprachen Thomas Trenz (adp Gauselmann) Gerhard Hubmann (Apex), Peter Nötzold (Bally Wulff), Arthur Stelter (Löwen Gruppe), Nicole Helfensdörfer (PSMtec). Auch nach einem halben Jahr Umstellung auf TR 5 gibt es eine Reihe von Fragestellungen, mit denen Aufstellunternehmen und Hersteller gleichermaßen konfrontiert sind. Alle Referenten zeigten sich jedoch optimistisch, dass die Herausforderungen gemeistert werden könnnen.

 

Die Justitiarin des HMV, RAin Christel Sondermann, berichtete über Auslegungen im Hessischen Spielhallengesetz. So sprach sie über einzelne Fälle, über bestimmte Auswahlverfahren und über offene Verfahren. Sie führte unter anderem aus, dass die Stadt Wiesbaden derzeit an einem eigenen Konzept zum Auswahlverfahren arbeitet, welches jedoch noch nicht bekannt ist. Möglicherweise ergibt sich daraus eine pragmatische Lösung, die eine Signalwirkung auf andere Kommunen haben könnte.

 

Der für Hessen zuständige Länderreferent, Andreas Rey, berichtete sodann über die Arbeit in der Koordinierungsrunde. Hierbei werden regelmäßig Treffen, politische Termine aber auch Parlamentarische Abende, Auftritte bei Parteitagen und andere Aktivitäten besprochen. Häufig werden Politiker oder Behördenvertreter eingeladen, um sich in einen Dialog zu begeben und sich gegenseitig zu informieren.

 

Eine Lanze für die Gastronomieaufstellung brach erneut Michael Stang, der neben seinem Amt als 2. Vorsitzender des HMV auch der 2. Vorsitzende des Fachverband Gastronomieaufstellung e.V. (FGA) ist und damit auch unermüdlich in Sachen Gastronomieaufstellung unterwegs ist. Er berichtete über die beiden Gastro-Runden Tische I und II. Hier konnten im Dialog mit verschiedenen Ministerien und der Bundesdrogenbeauftragten erste Ergebnisse erzielt werden. Außerdem erinnerte er noch einmal an die Entfernung des dritten Gerätes in der Gastronomie spätestens am 10. November 2019.

 

Christoph Schwarzer, der nicht nur ein erfolgreicher Unternehmer, sondern auch ein hervorragend vernetztes Vorstandsmitglied des HMV ist, berichtete sehr lebendig über die politischen Arbeit des Vorstandes und die regelmäßige Kontaktpflege mit politischen Entscheidungsträgern und Behörden.

 

Dennis Adam, Sprecher des Arbeitskreises Jungunternehmer im HMV, informierte die anwesenden Mitgliedsunternehmer über die politischen Aktivitäten des Arbeitskreises. Neben der Arbeit als Junioren in den Familienbetrieben gewinnt die politische Lobbyarbeit auch beim Nachwuchs zunehmend an Bedeutung. RA Simon Scherer, Justitiar des Jungunternehmerkreises, ergänzte die Ausführungen um den derzeitigen Stand zur Rechtslage bezüglich der Aufstellung von Geldspielgeräten und Sportwett-Terminals. Der Jungunternehmerkreis ist bisher einzigartig innerhalb der Verbändestrukturen des BA. Dieser nach vorne gerichtete Blick und die Sensibilität für wichtige politische Fragen der Zukunft sollte beispielgebend für die Aufstellerschaft in den anderen BA-Mitgliedsverbänden sein.

 

Vorstandsmitglied Oliver Ickenroth erinnerte noch einmal an die notwendigen Updates einzelner Hersteller, die von der PTB vorgegeben sind und unbedingt aufgespielt werden müssen. Außerdem wies er auf die Einführung der neuen 100 und 200 Euro Banknoten hin.

 

Abgeschlossen wurde die Jahreshauptversammlung des HMV mit einer Vorstellung eines neuen Musterverfahrens bezüglich der Spielapparatesteuer durch die Justitiarin des HMV und einem Schlusswort des 1. Vorsitzenden über die Bekämpfung illegaler Spielangebote. Nach einer informativen Sitzung, mit umfangreicher Tagesordnung, folgte nun ein entspannter Ausklang bevor die Aufstellunternehmer in ihre jeweiligen Heimatorte fuhren.

 

 

Erstellt: 27. Mai 2019

 

Der Bundesverband Automatenunternehmer e.V. (BA) vertritt seit über 60 Jahren die Interessen von rund 2.000 organisierten Aufstellunternehmern. Mit seiner föderalen Struktur, organisiert in 11 Landesverbänden und 2 Fachverbänden, gestaltet der BA die Zukunft der Branche. Er hat seinen Sitz in Berlin und ist als Verein organisiert. Unser Verband ist ein Spitzenverband der Deutschen Automatenwirtschaft e.V.
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