Fachverband Spielhallen e.V. – Starke Jahreshauptversammlung im Herzen von Berlin

 

Am vergangenen Mittwoch, den 08. Mai 2019, tagte der Fachverband Spielhallen e.V. (FSH) im Stammsitz des Bundesverband Automatenunternehmer e.V. (BA) im Verbändehaus Handel – Dienstleistung – Tourismus in Berlin und lud seine Mitglieder zur diesjährigen Jahreshauptversammlung ein.

 

Der Vorsitzende Frank Waldeck und der Vorstand des FSH konnten zahlreiche Versammlungsteilnehmer begrüßen, darunter viele Gäste aus den Reihen der Hersteller und Dienstleister. Diese hatten bereits im geräumigen Eingangsbereich des Verbändehauses Spielautomaten, Roll-Ups, Informationsstände und Tische aufgestellt. Die Ausstellung ermöglichte den Mitgliedern des FSH miteinander zu reden und in direkten Kontakt mit den Dienstleistern zu treten.

 

Um 13 Uhr begann die offizielle Sitzung mit der Eröffnungsrede des Vorsitzenden. Dieser bedankte sich bei Verbandsvorstand und Geschäftsstelle für die Arbeit des letzten Jahres und warb zugleich bei den anwesenden Verbandsmitgliedern um mehr politische Aktivität. Gerade in diesen turbulenten Zeiten sei die persönliche Ansprache von politischen Entscheidungsträgern wichtiger denn je.

Anschließend ging er auf das Jahrbuch Sucht ein, welches in seiner 2019 Ausgabe einen Schwerpunkt auf den Bereich Glücksspiel setzt. Hier wurden der Automatenbranche in mehreren Pressemitteilungen unter anderem „kriminelle Machenschaften“ unterstellt. Waldeck argumentierte gewohnt eloquent. Er verwies auf offizielle aktuelle Statistiken zum pathologischen Spiel, nach denen die Spielhallen mit einer Anzahl problematischer und pathologischer Spieler von 7,9 % weit unter den Werten des „kleinen“ und „großen Spiels“ in den Spielbanken und im Online-Casinos liegen. Gerade beim Glücksspiel im Internet ist inzwischen jeder Vierte suchtgefährdet. Von anderen Suchtmitteln wie Alkohol, Tabak und Drogen, welche ähnliche oder noch höhere Werte erreichen, müsse man gar nicht erst anfangen. Dennoch, so der Vorsitzende des FSH, sei es gerade das terrestrische Spiel, das konstant von Suchtstellen und übereifrigen Politikern angegriffen werde. Waldeck rief zu einem fairen und ehrlichen Umgang zwischen Branche und Hilfesystem auf. Er wünschte sich für die Zukunft mehr Sachlichkeit und weniger Polemik.

 

Auch der Präsident des Bundesverband Automatenunternehmer e.V., Thomas Breitkopf, war eingeladen und bot den Teilnehmern einen Einblick in die Arbeit des BA. Er erklärte Hintergründe und berichtete über den aktuellen Stand der vielen Projekte, in die der BA eingebunden ist. Ob Präventionstage, Qualifizierung des Berufszugangs oder BAlarm – der BA bringt sich massiv in die Branchenarbeit ein.

Auch über die Ergebnisse des BA-Strategieworkshops, welcher eine Woche zuvor in Frankfurt stattgefunden hatte, informierte er und schwor die Mitglieder auf Einigkeit ein. Der Bundesverband Automatenunternehmer, so Breitkopf, sei politisch stark weil er die Masse der Aufsteller vertritt und hinter sich hat.

 

Darauf folgte Tobias Schneegans, Vorstandsmitglied des Verband der Automatenkaufleute Berlin und Ostdeutschland e.V., mit seinem Vortrag „Quo Vadis – Möglichkeiten und Wege für Automatenunternehmer“. Er berichtete über die unkonventionellen Pfade, die er in Thüringen eingeschlagen hat, um die Umsetzung der Interessen der thüringischen Automatenunternehmer zu unterstützen.

 

In der anschließenden Juristendebatte diskutierten die beiden juristischen Berater des FSH, RA Dr. Damir Böhm und RA Tim Hilbert, über die praktische Umsetzung von Gesetzen. Die Moderation übernahm Olaf Weinstein, Chefredakteur der Zeitschrift „Automatenmarkt“. Im verbalen Schlagabtausch wurde deutlich, dass die für die Automatenbranche relevanten Gesetzestexte oft nicht eindeutig auslegbar sind. So können sie wortwörtlich gelesen oder im „Sinn des Gesetzes“ interpretiert werden, welcher die dahinterliegende Intention des Gesetzgebers mit einfließen lässt. Praktisch gestaltet sich der Umgang mit Problemstellungen, die sich aus der TR5 ergeben damit sehr schwierig, da schon die juristische Ausgangssituation nicht eindeutig ist und das entsprechende Handeln im Spielhallenalltag somit noch unsicherer wird.

 

Nach einer ausgiebigen Pause mit Kaffee und Kuchen ging die Sitzung dann zum letzten offiziellen Tagespunkt über – einer 90-minütigen Debatte zum Online-Glücksspiel.

Unter der Moderation von RA Damir Böhm diskutierte Frank Waldeck mit dem Präsidenten des Deutschen Online Casinoverbandes, Dr. Dirk Quermann, dem Präsidenten der Österreichischen Vereinigung für Wetten und Glücksspiel, Claus Retschitzegger und dem Vorsitzenden des Österreichischen Automatenverbandes, Helmut Kafka.

In einer sehr lebhaften Diskussion wurde das Für und Wieder einer Legalisierung von Online-Casinos besprochen. Frank Waldeck platzierte sich klar auf der Contra-Seite und hatte einen Großteil des Publikums auf seiner Seite. Auch der 1. Vorsitzende des Automatenverband Niedersachsens und Vorstandsmitglied des FSH, Heinz Basse, sprach sich in mehreren Wortmeldungen gegen eine Liberalisierung des Online-Spiels aus. Besonders Dr. Dirk Quermann hielt dagegen. Für ihn sei es nicht verständlich, dass die Automatenbranche für eine Lockerung der eigenen Gesetze plädiere, aber andere Glücksspielformen weiter streng regulieren wolle. Vielmehr sei eine mögliche Liberalisierung des Online-Gamings als Chance zu verstehen. Er argumentierte sowohl vom Kohärenzgedanken heraus als auch mit Blick auf die Partizipation der Automatenaufsteller in einem neuen – dem digitalen Geschäftsfeld. Dem widersprach Waldeck vehement. Der Online-Markt wird nicht von kleinen, einzelnen Unternehmern beherrscht werden. Das Gegenteil ist der Fall. Eine Liberalisierung würde die Tür für große ausländische Anbieter nur noch weiter öffnen und diese halten sich nicht an deutsche Qualitätskriterien, was dem Spielerschutz zuwiderlaufe. Auch das Kohärenz-Argument hielt er für nicht stichhaltig, da die Branche schon seit langem für eine kohärente Behandlung kämpfe und der Gesetzgeber das terrestrische Spiel nach wie vor stärker reguliere als viele andere Glücksspielangebote.

 

Nach dem Ende der rundum erstklassig organisierten Sitzung lud der FSH die Teilnehmer noch zur Abendveranstaltung in das Restaurant „Freischwimmer“ ein. Dort konnten sie den Abend entspannt in einer modernen Location direkt am Wasser ausklingen lassen.


Erstellt: 14. Mai 2019

 

Der Bundesverband Automatenunternehmer e.V. (BA) vertritt seit über 60 Jahren die Interessen von rund 2.000 organisierten Aufstellunternehmern. Mit seiner föderalen Struktur, organisiert in 11 Landesverbänden und 2 Fachverbänden, gestaltet der BA die Zukunft der Branche. Er hat seinen Sitz in Berlin und ist als Verein organisiert. Unser Verband ist ein Spitzenverband der Deutschen Automatenwirtschaft e.V.
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