Mitgliederversammlung des HMV

Am Dienstag, den 21. November 2017, lud der Hessische Münzautomaten-Verband e.V. (HMV) seine Mitgliedsunternehmer zur Herbstversammlung des Landesverbandes ein. Der Einladung in den freundlichen Sitzungssaal ins Bürgerhaus Gambach folgten weit über 100 Mitglieder.
Die Sitzung hatte zwei Hauptschwerpunkte: zum einen die aktuellen Entwicklungen rund um das Hessische Spielhallengesetz und speziell der aktuell im Parlament diskutierte Gesetzentwurf zur Änderung des Hessischen Spielhallengesetzes, zum anderen die neue Gerätegeneration TR5.X, zu der vier Hersteller wichtige Informationen präsentierten.

Nach der Begrüßung und den ersten Ausführungen des 1. Vorsitzenden, Michael Wollenhaupt, konnte der Sprecher des Jungunternehmerkreises des HMV, Dennis Adam, die Mitglieder über dessen Aktivitäten unterrichten. Der Jungunternehmerkreis ist bisher der einzige dieser Art innerhalb der Struktur des Bundesverband Automatenunternehmer e.V. und spricht vor allem die spezifischen Themen, die die nachfolgende Generation der Automatenunternehmer betreffen, an. Dieser vom HMV nach vorne gerichtete Blick sollte beispielgebend für die Aufstellerschaft in den anderen BA-Mitgliedsverbänden sein.

Mit Spannung nahmen sodann die Mitglieder die Ausführungen von Michael Wollenhaupt auf. Er berichtete unter anderem über die öffentliche Anhörung im Ausschuss für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, die am 07. September im Hessischen Landtag stattgefunden hat. Zuvor nutzte er noch die Gelegenheit, sich vor allem für die Teilnahme zahlreicher Mitgliedsunternehmer des HMV zu bedanken: „Die Präsenz der Unternehmerschaft wird hoffentlich die Ausschussmitglieder zum Nachdenken über ihre zu treffenden Entscheidungen anregen.“
Hiernach schilderte Michael Wollenhaupt, wie er, nachdem der HMV zusammen mit dem Dachverband Die Deutsche Automatenwirtschaft e.V. (DAW) eine schriftliche Stellungnahme abgegeben hatte, gemeinsam mit dem Sprecher des Vorstandes des Dachverbandes DAW, RA Georg Stecker, in einer mündlichen Anhörung Rede und Antwort stand. Zudem wurde der Sprecher des Jungunternehmerkreises ebenfalls in der Anhörung befragt.
Michael Wollenhaupt, der während der Anhörung vor allem auf die Existenz der Betriebe hinwies, fokussierte sich auf den im jetzigen Entwurf enthaltenden Mindestabstand von 500 m Luftlinie zu „Einrichtungen oder Örtlichkeiten, die ihrer Art nach oder tatsächlich von Kindern und Jugendlichen aufgesucht werden“. Er verwies auf die unklare Begrifflichkeit und auf die Verletzung des Bestimmtheitsgebotes. Zudem machte er vor dem Ausschuss deutlich, welche konkreten Auswirkungen ein solches Gesetz für die Unternehmen hat. Gleichzeitig bezog er zum Jugendschutz Position. „Kinder und Jugendliche in Spielhallen sind ein No-Go für alle unsere Betriebe. Das wird eingehalten, und zwar nicht erst, seitdem es das Spielhallengesetz gibt, sondern schon seit vielen Jahrzehnten.“ Auch die existenzielle Gefahr für 3500 Vollzeitstellen, die die Unternehmen in Hessen bieten, wurde von Wollenhaupt thematisiert. Er verwies darauf, dass gerade die Vollzeitstellen für Qualität und Nachhaltigkeit stehen. Ebenso führte er vor dem Ausschuss aus, dass ein nicht unerhebliches Vergnügungssteueraufkommen in Höhe von 84 Mio. Euro in ganz Hessen von den Aufstellunternehmern generiert wird.
RA Georg Stecker, der in dieser Anhörung als erster Vertreter der Automatenwirtschaft Stellung nahm, verwies auf den Selbstanspruch der Branche auf Qualität: „Wir sind der Meinung, dass diejenigen Spielstätten überleben sollten, die hohe Qualität bieten, und dass die Spielstätten vom Markt verschwinden müssen, die die Anforderungen nicht erfüllen.“ Schließlich machte auch Dennis Adam eindrucksvoll deutlich, unter welchem Druck die hessischen Unternehmer stehen - vor allem auch die Jungunternehmer!
Auch andere Experten sprachen sich vor dem Anhörungsgremium gegen bestimmte Regelungsvorschläge im Gesetzentwurf aus und stellten die Sinnhaftigkeit in Frage.

Nach diesem Rückblick auf die parlamentarische Debatte im Ausschuss machte Michael Wollenhaupt seinen Mitgliedern jedoch auch deutlich, wo die Branche für die Zukunft gefordert ist: „Die Fragestellung für uns ist jetzt, wie sieht die Automatenaufstellung in der Zukunft aus. Hier sind wir gefordert. Hier müssen wir Konzepte vorlegen.“

Anschließend waren die Hersteller gefordert, nachdem Michael Wollenhaupt zur Einführung die Änderungen gegenüber der alten Spielverordnung im Blick auf die Technische Richtlinie erläutert hatte. Den Anfang machte Katrin Koch (adp Gauselmann), gefolgt von Jörg Neuberger (Bally Wulff), Andreas Hingerl (Löwen Entertainment) und schließlich Anton Schmid (psmtec). Jeder der Repräsentanten der Firmen stellte die Vorzüge seiner Geräte vor und zeigte auf, wie die Umrüstung erfolgen soll. Auch Rückfragen aus dem Mitgliederkreis konnten die Referenten souverän beantworten.

Im Anschluss an diesen, aus unternehmenspraktischer Sicht sehr interessanten Vortrag berichtete der Geschäftsführer der AWI, Dirk Lamprecht, über aktuelles zum Sozialkonzept und zur Ausbildung. „Mit den Angeboten zur Ausbildung bekommen Sie ein Instrument in die Hand, mit dem Sie in der Lage sind, den Betrieb optimal laufen zu lassen.“
Auch die Geschäftsführerin des BA, Simone Storch, referierte in ihrem „Bericht aus Berlin“ zu aktuellen Entwicklungen aus dem BA, zur Studienlage 2017 und führte beispielhaft die unterschiedlichen Situationen in den Bundesländern aus. In 2017 sind zum deutschen Glücksspielmarkt verschiedenste Studien mit unterschiedlichen Schwerpunkten erschienen. Auf drei ausgewählte Studien ging sie dabei näher ein und zog daraus ein Fazit.

Schließlich sprach das HMV-Vorstandsmitglied Christoph Schwarzer über die umfangreichen Aktivitäten auf politischer Ebene. Gerade die Koordinationsrunden in Hessen finden sehr regelmäßig statt. Hier sitzen Vertreter aller Branchenstufen zusammen und besprechen strategische und praktische Lobbyarbeit. Schwarzer wies auch auf den Parlamentarischen Abend hin, der schon mehrmals erfolgreich in Hessen von HMV und DAW durchgeführt wurde. Gleichzeitig warb er für Authentizität und Ehrlichkeit. „Wir werden nächste und übernächste Woche weiter intensive Gespräche mit den Parlamentariern führen. Wichtig ist, dass wir auch darüber hinaus das halten, was wir versprechen.“

Michael Stang, 2. Vorsitzender des HMV und Vorstandsmitglied des Fachverband Gastronomie-Aufstellunternehmer e.V. (FGA), brachte die Mitglieder auf den neuesten Stand rund um die Gastronomieaufstellung. Er sprach sich für hohe Qualität auch in den Gastrobetrieben aus. Dazu sollen z.B. die Gastropakete dienen, deren Inhalte Stang präsentierte. Dieses Projekt war auf Initiative des FGA in Zusammenarbeit mit der DAW durchgeführt worden. Die organisierten Unternehmer werden hierzu Musterpakete erhalten.

Abschließend übernahm Michael Wollenhaupt den Part der HMV-Justitiarin, RAin Christel Sondermann, die leider kurzfristig erkrankt war, und berichtete über aktuelles zur Spielapparatesteuer.

Die Versammlung sorgte bei jedem Unternehmer, der sich auf den Weg nach Gambach gemacht hatte, für einen großen Informationsvorsprung und gleichzeitig konnten angenehme Gespräche im Kollegenkreis bei einem sehr leckeren Mittagsimbiss geführt werden.

Der Bundesverband Automatenunternehmer e.V. (BA) vertritt seit über 60 Jahren die Interessen von rund 2.000 organisierten Aufstellunternehmern. Mit seiner föderalen Struktur, organisiert in 11 Landesverbänden und 2 Fachverbänden, gestaltet der BA die Zukunft der Branche. Er hat seinen Sitz in Berlin und ist als Verein organisiert. Unser Verband ist ein Spitzenverband der Deutschen Automatenwirtschaft e.V.
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