Pressegespräch in Leipzig

Spielhallengeprägte Scheingastronomie im Fokus

Am 10. August 2017 hat der Verband der Automatenkaufleute Berlin und Ostdeutschland e.V. zusammen mit dem Dachverband Die Deutsche Automatenwirtschaft e.V. (DAW) - unterstützt durch den Bundesverband Automatenunternehmer e.V. (BA) - im Rahmen eines Pressegespräches in Leipzig über die Situation des gewerblichen Automatenspiels im Freistaat Sachsen informiert.

Als Folge der landesspezifischen Spielhallenregelungen droht in Sachsen spätestens zum 30. September 2017 ein massiver Abbau der gewerblichen Spielhallen, die neben einem Mindestabstand von 250 Metern untereinander auch noch einen Abstand von 250 Metern zu allgemeinbildenden Schulen einhalten müssen. Diese Vorgaben können viele Standorte, die sich nach der Wiedervereinigung ganz bewusst in den Innenstädten angesiedelt haben, nicht erfüllen. Doch was passiert mit den Spielern, wenn das legale Angebot nicht mehr vorhanden ist? Mit dieser Frage konfrontierten die Vertreter der Automatenwirtschaft die anwesenden Journalisten anlässlich des Pressegespräches und zeigten hierbei eindrücklich auf, welche Entwicklung in Sachsen schon jetzt zu beobachten ist: Die entstehende Angebotslücke wird gefüllt durch spielhallengeprägte scheingastronomische Betriebe mit Geldspielgeräten wie Café-Casinos, Shisha-Bars oder Wettbüros, in denen der Jugend- und Spielerschutz nicht geachtet wird. Die Leipziger Eisenbahnstraße liefert hierfür bereits mehrere Beispiele.

Gerne möchten wir Ihnen nachfolgend den Wortlaut der Pressemitteilung übersenden, die flankierend zu dem Gespräch an die Medien in Sachsen übermittelt wurde:

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Sachsens Spielhallenbetreiber gehen in die Offensive
Leipzig, 10. August 2017. Biometrische Einlasskontrollen zur Verbesserung des Jugend- und Spielerschutzes sowie freiwillige TÜV-Zertifizierungen – Sachsens Spielhallenbetreiber rüsten auf und sorgen für höhere Qualitätsstandards. „Wenn es um die Schließung von Spielhallen geht, sollen die überleben, die sich an Gesetze halten“, erklärt Thomas Breitkopf, Präsident des Bundesverband Automatenunternehmer e.V. und 1. Vorsitzender des Verbandes der Automatenkaufleute Berlin und Ostdeutschland e.V.

Auch der Vorstandssprecher des Dachverbandes Die Deutsche Automatenwirtschaft e.V., Georg Stecker, spricht sich gegen Schließungen nach dem Rasenmäherprinzip aus: „Die aktuelle Regulierung durch Mindestabstandsregelungen und das Verbot von Mehrfachkonzessionen bei Spielhallen stärkt den Schwarzmarkt und damit fragwürdige Anbieter, zum Beispiel Café-Casinos und das illegale Spiel im Internet. Sie drängt gewerbliche Spielhallen vom Markt und schwächt den Spieler- und Verbraucherschutz.“ Stecker weiter: „Eine unabhängige Zertifizierung von Spielhallen und biometrische Zugangskontrollen können den Spielerschutz im hohen Maße sicherstellen. Wir fordern ein Umdenken der Politik in diese Richtung.“

Mit Sorge verzeichnet die Branche eine starke Zunahme sogenannter Café-Casinos und spielhallengeprägter Gastronomiebetriebe mit teils illegal aufgestellten Geldspielgeräten in Sachsens Kommunen. „Im Gegensatz zu den gewerblichen Spielhallen findet hier kein Jugend- und Spielerschutz statt, es wird teilweise Alkohol ausgeschenkt und sich nicht an Öffnungszeiten gehalten“, beschreibt Thomas Breitkopf die Situation weiter. 

Die Automatenwirtschaft will den Gesetzgeber von einem Paradigmenwechsel in der Regulierung des Jugend- und Spielerschutzes überzeugen. Dem technischen Fortschritt müsse in Form geeigneter gesetzlicher Grundlagen für biometrische Einlasskontrollsysteme Rechnung getragen werden. Dies würde gleichzeitig die Spielhallenbetreiber ermutigen, auf die Qualitätsinitiative aufzuspringen und die innovativen, zuverlässigen Systeme flächendeckend zu implementieren. Gemeinsam machen sich beide Branchenvertreter für die gewerblichen Spielhallen stark: „Wir unterstützen alle diejenigen, die sich an die Regeln halten. Wir stehen für das legale verbraucherschützende Spiel!“

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Bei den in Sachsen ansässigen Medien hat das Pressegespräch eine große Resonanz hervorgerufen. So konnten neben den großen sächsischen Zeitungen auch zwei Fernseh- und Radiosender zu dem Termin begrüßt werden. Gerne möchten wir Ihnen nachfolgend drei ausgewählte Beiträge der Berichterstattung empfehlen:

•    „Glücksspiel auf der Leipziger Eisenbahnstraße“
Quelle: MDR Online, Link
 http://www.mdr.de/sachsen/leipzig/spielhallen-sachsen-eisenbahnstrasse-102.html

•    „Rien ne va plus – Illegales Glücksspiel auf dem Vormarsch“
Quelle: Sachsen Fernsehen Online, Link
https://www.sachsen-fernsehen.de/rien-ne-va-plus-illegales-gluecksspiel-auf-dem-vormarsch-387132/

•    „Kampf um Sachsens Spielhallen“
Quelle: Sächsische Zeitung Online, Link
https://www.sz-online.de/sachsen/kampf-um-sachsens-spielhallen-3747606.html   

Die Berichterstattung zeigt, dass die Medien für die drohende Stärkung der illegalen Spielangebote durch den Wegfall des legalen gewerblichen Geldspiels sensibilisiert werden konnten. Eine Entwicklung, die nicht nur in Sachsen, sondern bundesweit droht. Ein wirksamer Jugend- und Spielerschutz ist nur dann gewährleistet, wenn es auch ein ausreichendes legales Angebot gibt. Nur so können Abwanderungsbewegungen hin zu illegalen Spielangeboten oder ins Online-Glücksspiel verhindert werden.

Der Bundesverband Automatenunternehmer e.V. und seine Mitgliedsverbände werden die Öffentlichkeit und die politischen Entscheidungsträger auch weiterhin auf diesen Zusammenhang hinweisen und vor den Gefahren einer Fehlentwicklung warnen. Ein weiteres Pressegespräch ist am 17. August 2017 in Frankfurt (Main) geplant.

Beste Grüße

Ihre
Simone Storch
Geschäftsführerin

Der Bundesverband Automatenunternehmer e.V. (BA) vertritt seit über 60 Jahren die Interessen von rund 2.000 organisierten Aufstellunternehmern. Mit seiner föderalen Struktur, organisiert in 11 Landesverbänden und 2 Fachverbänden, gestaltet der BA die Zukunft der Branche. Er hat seinen Sitz in Berlin und ist als Verein organisiert. Unser Verband ist ein Spitzenverband der Deutschen Automatenwirtschaft e.V.
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