Glossar

Zentrale Begriffe der Automatenwirtschaft

  • Automatenspezifische Ausbildung: Dies ist die dreijährige Ausbildung zum Automatenfachmann bzw. zur Automatenfachfrau. Die Auszubildenden können zwischen den zwei Fachrichtungen „Automatendienstleistungen“ und „Automatenmechatronik“ auswählen, wobei erstere nochmals die Spezialisierungsmöglichkeiten „Kaufmännische Geschäftsprozesse“ und „Kundenbetreuung“ bietet. Die Abschlussprüfungen werden von der IHK abgenommen. Die Arbeitsfelder der Absolventen sind nicht auf Geldspielgeräte beschränkt, sondern umfassen u.a. auch Getränke- oder Aufstellautomaten in Parkhäusern und auf Parkplätzen.

  • Café-Casino: Spielhallengeprägter Gastronomiebetrieb, dessen eigentlicher Zweck das Automatenspiel ist, demgegenüber der Ausschank von Speisen und Getränken in den Hintergrund tritt. Die für →Spielhallen geltenden Vorschriften zum Jugend- und Spielerschutz wie das Verbot von Alkohol oder ein →Mindestabstandsgebot gelten hier nicht.

  • Gastronomieaufstellung: Umgangssprachlich für die Aufstellung von Geldspielgeräten in Gastronomiebetrieben, wie Bars oder Bistros.

  • Geräteanzahl: Gemeint ist die Anzahl der Geldspielgeräte, die in einer →Spielhalle oder einem Gastronomiebetrieb aufgestellt sind. Diese Zahl ist durch die →Spielverordnung geregelt, sofern der Landesgesetzgeber hier keine abweichende Regelung getroffen hat. Derzeit sind in 14 Bundesländern maximal zwölf Geräte je Spielhalle zulässig, in Berlin und Hamburg acht. In Gastronomiebetrieben dürfen derzeit noch bis zu drei Geldspielgeräte aufgestellt werden. Eine Reduzierung auf zwei Geldspielgeräte in gastronomischen Betrieben ab dem 10. November 2019 ist bereits beschlossen.

  • Glücksspielstaatsvertrag: Der „Staatsvertrag zum Glücksspielwesen in Deutschland“ wurde von den 16 Bundesländern geschlossen, um bundesweite Rahmenbedingungen für das Glücksspiel zu schaffen. Die aktuelle Fassung ist am 01. Juli 2012 in Kraft getreten und betrifft auch das gewerbliche Geldspiel. Obwohl die einzelnen Bundesländer die Bestimmungen des Glücksspielstaatsvertrages in Landesrecht überführt haben, ist der Staatsvertrag insofern von Bedeutung, als für einige zentrale Bestimmungen wie die →Mindestabstandsregelungen und das Verbot von →Mehrfachkonzessionen eine fünfjährige Übergangsfrist vereinbart wurde, die auch von den jeweiligen Landesgesetzgebern in die landesspezifischen Spielhallenregelungen übernommen wurden.

  • Härtefallantrag: Spielhallenbetreiber können einen entsprechenden Antrag stellen, wenn die Schließung der →Spielhalle eine besondere Härte darstellen könnte. Dies kann z.B. bei noch nicht abgeschriebenen Investitionen der Fall sein. Die Auslegung der Voraussetzungen ist regelmäßig streitig.

  • Konzession: Kurzform für Spielhallenkonzession. Dies ist die von der zuständigen Behörde zu erteilende Erlaubnis zum Betrieb einer →Spielhalle. Der →Glücksspielstaatsvertrag sieht hierfür in § 24 neben den bisherigen ausreichenden gewerberechtlichen Erlaubnissen eine glücksspielrechtliche Erlaubnis vor, deren Erteilung an verschiedene Bedingungen geknüpft ist (u.a. →Verbot der Mehrfachkonzessionen, →Mindestabstandsregelung).

  • Landesspezifische Spielhallenregelungen: Die Ordnung des Glücksspiels ist seit der Föderalismusreform aus dem Jahr 2006 in Deutschland Ländersache, weshalb es auf der Grundlage des →Glücksspielstaatsvertrages landesspezifische Spielhallenregelungen oder Ausführungsgesetze gibt.

  • Mehrfachkonzession: Der Betrieb mehrerer räumlich und organisatorisch voneinander getrennter, mit jeweils eigener →Konzession zugelassener →Spielhallen am selben →Spielhallenstandort.

  • Mehrfachkomplex →Mehrfachkonzession

  • Mindestabstandsregelung: Die →landesspezifischen Spielhallenregelungen sehen Abstände, die →Spielhallen sowohl untereinander als auch in einigen Bundesländern zu Kinder- und Jugendeinrichtungen einhalten müssen, vor.

  • Online-Glücksspiel: Die Verlagerung von Geldgewinnspielen ins Internet, erreichbar rund um die Uhr über Smartphone oder PC. Die Anbieter stammen zumeist aus dem europäischen Ausland.

  • Prävention: Im Kontext des gewerblichen Automatenspiels ist hierunter die Vorbeugung vor einem problematischen oder pathologischen Spielverhalten (→Spielsucht) zu verstehen. Die Präventionsarbeit in der →Spielhalle setzt sich aus verschiedensten Bausteinen zusammen, so u.a. aus den Jugendschutzbestimmungen, der Auslage spezieller Informations- und Aufklärungsmaterialien für die Spielgäste, regelmäßigen Mitarbeiterschulungen und den Bestimmungen des →Sozialkonzeptes.

  • Sozialkonzept: Gemäß § 6 →Glücksspielstaatsvertrag werden die Veranstalter oder Vermittler öffentlichen Glücksspiels verpflichtet, ein Sozialkonzept zu führen. Ziel ist es, frühzeitig problematisches und pathologisches Spielverhalten zu erkennen und Betroffene in die örtlichen Hilfesysteme zu vermitteln. Mit dem Sozialkonzept werden u.a. die durchgeführten Maßnahmen des Spieler- und Jugendschutzes in einer →Spielhalle dokumentiert.

  • Spielbank: Staatlich konzessioniertes Glücksspielangebot, das durch das jeweilige Landesgesetz geregelt wird. Spielbanken bieten als sog. „Großes Spiel“ klassische Tischspiele (z.B. Roulette) sowie als sog. „Kleines Spiel“ Glücksspielautomaten bzw. Slot Machines an. Letztere unterscheiden sich von den Geldspielgeräten in gewerblichen →Spielhallen u.a. dadurch, dass sie über keine Gewinn- und Verlustgrenzen verfügen. Der Zutritt für Minderjährige ist in Spielbanken ebenso wie in Spielhallen untersagt. Darüber hinaus gibt es Zugangskontrollen und ein bundesweites Spielersperrsystem. Im Jahr 2015 bestanden in der Bundesrepublik Deutschland 67 Spielbankenstandorte, davon 19 als reine Automatendependancen.

  • Spielhalle: Betrieb, in dem gewerbliches Geldspiel am Automaten angeboten wird. Jede Spielhalle muss eigens über eine →Konzession verfügen. Die maximale Zahl der Geldspielgeräte pro Spielhalle ist gesetzlich beschränkt.

  • Spielhallenstandort: Örtlichkeit, an der eine →Spielhalle angesiedelt ist. Ein Spielhallenstandort kann aus einer Konzession mit bis zu zwölf Geldspielgeräten oder auch mehreren Konzessionen bestehen.

  • Spielsucht: Umgangssprachliche Bezeichnung für ein problematisches oder pathologisches Spielverhalten. Verschiedene Maßnahmen im gewerblichen Automatenspiel sollen der Entstehung der Spielsucht vorbeugen (→Prävention). Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben nach einer repräsentativen Studie im Jahr 2015 0,79 Prozent der Befragten ein problematisches oder pathologisches Glücksspielverhalten aufgewiesen. Bezogen auf die 16- bis 70-jährige Bevölkerung in Deutschland ergibt die statistische Schätzung etwa 308.000 bis 676.000 betroffene Personen.

  • Spielverordnung: Verordnung über Spielgeräte und andere Spiele mit Gewinnmöglichkeit (SpielV), die auf Grundlage von § 33 f Gewerbeordnung (GewO) durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) erlassen wurde. Die SpielV regelt gewerbliche Geldspielgeräte in →Spielhallen und Gaststätten und legt u.a. die Verlust- und Einsatzgrenzen fest.

  • Vergnügungssteuer: Indirekte örtliche Verbrauch- und Aufwandssteuer, die in allen Bundesländern mit Ausnahme des Freistaates Bayern durch die Kommunen erhoben werden kann. In den jeweiligen Satzungen der Kommunen sind sowohl der Steuersatz als auch die Bemessungsgrundlage verankert. Zulässige Bemessungsgrundlagen sind die Brutto- und die Nettokasse sowie die Besteuerung des Spieleinsatzes; die Höhe der Steuer variiert je nach Kommune.

  • Zertifizierung: Freiwilliges Instrument für Spielhallenbetreiber zur unabhängigen Kontrolle der Einhaltung gesetzlicher Rahmenbedingungen anhand eines Kriterienkatalogs durch anerkannte Prüforganisationen (z.B. TÜV).
Der Bundesverband Automatenunternehmer e.V. (BA) vertritt seit über 60 Jahren die Interessen von rund 2.000 organisierten Aufstellunternehmern. Mit seiner föderalen Struktur, organisiert in 11 Landesverbänden und 2 Fachverbänden, gestaltet der BA die Zukunft der Branche. Er hat seinen Sitz in Berlin und ist als Verein organisiert. Unser Verband ist ein Spitzenverband der Deutschen Automatenwirtschaft e.V.
+49 30 726255-00
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